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Schulrecht Hamburg

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Inhalt
Aktuelle Gesamtausgabe
Amtliche Abkürzung:APO-Abendschule
Ausfertigungsdatum:17.07.2012
Gültig ab:01.08.2012
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Hamburg
Fundstelle:HmbGVBl. 2012, 349
Gliederungs-Nr:223-1-21
Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Abendschule
(APO-Abendschule)
Vom 17. Juli 2012 *)
Zum 15.11.2019 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe

Fußnoten

*)
Verkündet als Artikel 1 der Verordnung über die Ausbildung, Prüfung und besondere Förderung in der Abendschule vom 17. Juli 2012 (HmbGVBl. S. 349)

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Auf Grund von § 8 Absatz 4 , § 44 Absatz 4 , § 45 Abs. 4 und § 46 Absatz 2 des Hamburgischen Schulgesetzes vom 16. April 1997 (HmbGVBl. S. 97), zuletzt geändert am 5. April 2012 (HmbGVBl. S. 144), in Verbindung mit § 1 Nummern 2, 14, 15 und 16 der Weiterübertragungsverordnung-Schulrecht vom 20. April 2010 (HmbGVBl. S. 324) wird verordnet:

Abschnitt 1
Anwendungsbereich

§ 1
Anwendungsbereich, Ziel der Ausbildung

Diese Verordnung gilt für die Abendschule. Die Abendschule führt Berufstätige, die noch keinen Schulabschluss erworben haben, zum ersten allgemeinbildenden Schulabschluss und Berufstätige mit erstem allgemeinbildenden oder einem gleichwertigen Schulabschluss zum mittleren Schulabschluss.

Abschnitt 2
Verlauf der Bildungsgänge

§ 2
Eintritt in die Abendschule

(1) In die Abendschule kann eintreten wer

1.

das 18. Lebensjahr vollendet hat und

2.

berufstätig ist.

(2) Die Führung eines Familienhaushalts mit mindestens drei Personen oder mit mindestens einer erziehungs- oder pflegebedürftigen Person, sowie die Ableistung eines Dienstes nach dem Jugendfreiwilligendienstegesetz vom 16. Mai 2008 (BGBl. I S. 842), geändert am 20. Dezember 2011 (BGBl. I S. 2854, 2923), oder nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz vom 28. April 2011 (BGBl. I S. 687) in der jeweils geltenden Fassung sind der Berufstätigkeit gleichgestellt.

(3) Die Berufstätigkeit muss mindestens während des Besuchs des ersten Ausbildungsjahres der Abendschule ausgeübt werden. Die zuständige Behörde kann in begründeten Ausnahmefällen vom Erfordernis der Berufstätigkeit befreien.

(4) Schülerinnen und Schüler, die mit dem ersten allgemeinbildenden Schulabschluss oder einem gleichwertigen Schulabschluss in die Abendschule eintreten, können unmittelbar in das zweite oder dritte Schulhalbjahr aufgenommen werden, wenn auf Grund ihrer Vorkenntnisse zu erwarten ist, dass sie den Anforderungen gewachsen sein werden. Die Entscheidung trifft die Schulleitung.

§ 3
Dauer der Ausbildung, Wiederholung

(1) Die Ausbildung erfolgt tagsüber oder abends in Teilzeitunterricht und dauert bis zum Erreichen des ersten allgemeinbildenden Schulabschlusses grundsätzlich ein Jahr, bis zum Erreichen des mittleren Bildungsabschlusses zwei Jahre. Sie kann aus wichtigem Grund auf Antrag der Schülerin oder des Schülers verkürzt oder um jeweils höchstens ein Jahr verlängert werden. Über den Antrag auf Verlängerung der Ausbildung entscheidet die zuständige Behörde.

(2) Schülerinnen und Schüler, die den angestrebten Abschluss nicht erreicht haben, können die zuletzt besuchte Jahrgangsstufe einmal wiederholen.

§ 4
Differenzierung

Der Unterricht wird in allen Fächern und Lernbereichen grundsätzlich in abschlussbezogenen Klassen auf zwei bildungsplanbezogenen Anforderungsebenen erteilt; nach Entscheidung der Lehrerkonferenz können abschlussoffene Lerngruppen gebildet werden. Die Anforderungen ergeben sich aus dem Bildungsplan für die Stadtteilschule und beziehen sich auf der ersten Anforderungsebene auf den Erwerb des ersten allgemeinbildenden Schulabschlusses und auf der mittleren Anforderungsebene auf den Erwerb des mittleren Schulabschlusses.

Abschnitt 3
Leistungsbewertung, Zeugnisse

§ 5
Leistungsbewertung

(1) Gegenstand der Leistungsbewertung sind die schriftlichen, mündlichen und praktischen Einzelleistungen unter Berücksichtigung ihrer Anteile an der Gesamtleistung.

(2) Es gelten folgende Notenstufen:

sehr gut (1)

die Leistungen entsprechen den Anforderungen in besonderem Maß,

gut (2)

die Leistungen entsprechen voll den Anforderungen,

befriedigend (3)

die Leistungen entsprechen im Allgemeinen den Anforderungen,

ausreichend (4)

die Leistungen weisen zwar Mängel auf, entsprechen aber im Ganzen noch den Anforderungen,

mangelhaft (5)

die Leistungen entsprechen nicht den Anforderungen, lassen jedoch erkennen, dass die notwendigen Grundkenntnisse vorhanden sind und die Mängel in absehbarer Zeit behoben werden könnten,

ungenügend (6)

die Leistungen entsprechen nicht den Anforderungen, und selbst die Grundkenntnisse sind so lückenhaft, dass die Mängel in absehbarer Zeit nicht behoben werden könnten.

Bei den Noten „gut“ (2) bis „mangelhaft“ (5) kann eine vorhandene Tendenz durch Zufügung eines Plus- oder Minuszeichens gekennzeichnet werden, bei der Note „sehr gut“ (1) kann eine vorhandene Tendenz durch Zufügung eines Minuszeichens gekennzeichnet werden. Dies gilt nicht für Zeugnisnoten in Abgangs- und Abschlusszeugnissen.

(3) Die Noten beziehen sich entweder auf die erste Anforderungsebene der Bildungspläne (Grundlegende Noten - „G-Noten“) oder auf die mittlere Anforderungsebene der Bildungspläne (Mittlere Noten - „M-Noten“). Die Note „ausreichend“ bezogen auf die erste Anforderungsebene (G4) wird erteilt, wenn die Mindestanforderungen der ersten Anforderungsebene erfüllt sind. Die Note „ausreichend“ bezogen auf die mittlere Anforderungsebene (M4) wird erteilt, wenn die Mindestanforderungen der mittleren Anforderungsebene erfüllt sind. Die Note „sehr gut“ bezogen auf die erste Anforderungsebene (G1) entspricht der Note „befriedigend“ bezogen auf die mittlere Anforderungsebene (M3). Das Verhältnis der Noten zueinander ergibt sich aus der Anlage 1 . In Abschlusszeugnissen entfällt die Kennzeichnung der Noten mit den Buchstaben G und M.

§ 6
Zeugnisse, Warnung

(1) Am Ende eines jeden Schulhalbjahres wird ein Zeugnis erteilt. Dieses enthält in Noten nach § 5 ausgedrückte Angaben zum erreichten Lernstand in allen unterrichteten Fächern und Lernbereichen. Beurteilungsgrundlage für das Zeugnis am Ende des ersten Halbjahres ist das vorausgegangene Halbjahr. Beurteilungsgrundlage für das Zeugnis am Ende des zweiten Halbjahres ist das gesamte Schuljahr.

(2) Wenn nach dem im Zeugnis ausgewiesenen Leistungsstand der angestrebte Schulabschluss gefährdet ist, erhält die Schülerin oder der Schüler zusätzlich zum Zeugnis eine gesonderte schriftliche Warnung.

(3) Verlässt eine Schülerin oder ein Schüler die Schule, erhält sie oder er ein Abschlusszeugnis, wenn die Voraussetzungen der §§ 9 oder 10 erfüllt sind, ansonsten ein Abgangszeugnis.

§ 7
Leistungsbewertung, Einschätzung überfachlicher
Kompetenzen, Lernentwicklungsgespräche und Zeugnisse

Die §§ 3 bis 7 und § 11 Absätze 3 bis 8 der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für die Grundschule und die Jahrgangsstufen 5 bis 10 der Stadtteilschule und des Gymnasiums (APO-GrundStGy) vom 22. Juli 2011 (HmbGVBl. S. 325) in der jeweils geltenden Fassung finden entsprechende Anwendung, sofern in dieser Verordnung nichts anderes bestimmt ist. Dabei tritt die volljährige Schülerin bzw. der volljährige Schüler an die Stelle der bzw. des Sorgeberechtigten.

Abschnitt 4
Abschlussprüfungen, Abschlüsse

§ 8
Abschlussprüfung

(1) In der Abschlussprüfung sollen die Schülerinnen und Schüler nachweisen, dass sie in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch die Kompetenzen erworben haben, die für den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss beziehungsweise den mittleren Schulabschluss erwartet werden.

(2) Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil.

(3) Schülerinnen und Schüler, die den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss oder den mittleren Schulabschluss anstreben und die durch Vorlage eines international anerkannten Sprachenzertifikats Englischkenntnisse nachweisen können, die dem Niveau „B 1“ des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen entsprechen, werden auf Antrag von der Zeugniskonferenz von der Verpflichtung zur Teilnahme an der Abschlussprüfung im Fach Englisch befreit.

§ 9
Erster allgemeinbildender Schulabschluss

(1) Der erste allgemeinbildende Schulabschluss ist erreicht, wenn die Schülerinnen und Schüler

1.

am Ende der Ausbildung an der Abschlussprüfung teilgenommen haben,

2.

in allen Fächern und Lernbereichen mindestens die Note „ausreichend“ (4) bezogen auf den ersten allgemeinbildenden Schulabschluss erreicht haben oder bei schlechteren Noten insgesamt die Durchschnittsnote „4,0“ über alle Fächer und Lernbereiche erreicht haben und

3.

kein Fall des Absatzes 2 vorliegt.

(2) Der erste allgemeinbildende Schulabschluss ist nicht erreicht

1.

bei der Note „mangelhaft“ (5) oder einer schlechteren Note in zwei Fächern oder Lernbereichen,

2.

bei der Note „ungenügend“ (6) in einem der Fächer Deutsch, Mathematik oder Englisch,

3.

wenn nach § 4 Absatz 3 APO-GrundStGy keine Note erteilt wurde und dies der Note „ungenügend“ (6) entspricht.


§ 10
Mittlerer Schulabschluss

(1) Der mittlere Schulabschluss ist erreicht, wenn die Schülerinnen und Schüler

1.

am Ende der Ausbildung an der Abschlussprüfung teilgenommen haben,

2.

in allen Fächern und Lernbereichen mindestens die Note „ausreichend“ (4) bezogen auf den mittleren Schulabschluss erreicht haben oder schlechtere Noten nach Absatz 2 ausgleichen können und

3.

kein Fall von Absatz 3 vorliegt.

(2) Ausgeglichen werden

1.

die Note „mangelhaft“ (5) in einem Fach oder Lernbereich durch die Note „gut“ (2) oder besser in einem anderen Fach oder Lernbereich oder durch die Note „befriedigend“ (3) oder besser in zwei anderen Fächern oder Lernbereichen,

2.

die Note „ungenügend“ (6) in einem Fach oder Lernbereich durch die Note „sehr gut“ (1) in einem anderen Fach oder Lernbereich oder durch die Note „gut“ (2) in zwei anderen Fächern oder Lernbereichen.

(3) Der Ausgleich ist ausgeschlossen

1.

bei der Note „mangelhaft“ (5) oder schlechter in zwei Fächern oder Lernbereichen,

2.

bei der Note „ungenügend“ (6) in einem der Fächer Deutsch, Mathematik oder Englisch,

3.

wenn in mindestens einem Fach oder Lernbereich nach § 4 Absatz 3 Satz 2 APO-GrundStGy keine Note erteilt wurde und dies der Note „ungenügend“ (6) entspricht.


§ 11
Abschluss der Bildungsgänge

§ 19 Absätze 1 bis 3 , §§ 20 und 21 , § 24 Absätze 1 und 2 sowie Absatz 3 Sätze 1 und 2 sowie §§ 25 bis 28 und 33 finden entsprechende Anwendung, sofern in dieser Verordnung nichts anderes bestimmt ist.

Abschnitt 5
Stundentafel

§ 12
Stundentafel

(1) Die Stundentafel ( Anlage 2 ) weist für jeden Ausbildungsgang die Anzahl der Unterrichtsstunden aus, die insgesamt zu erteilen sind (Grundstunden). Für jedes Fach und jeden Lernbereich weist sie die Stunden aus, die über die Dauer des Ausbildungsgangs mindestens zu erteilen sind, damit ein Schulabschluss erteilt werden darf (Mindeststunden). Der Gestaltungsraum der Schule ergibt sich aus der Differenz zwischen den Grundstunden und den Mindeststunden.

(2) Bei der Umrechnung der Grund- und Mindeststunden in Wochenstunden entspricht ein Schuljahr 38 Unterrichtswochen.

(3) Der Unterricht in den Aufgabengebieten wird in die Unterrichtsstunden integriert, die auf die beteiligten Fächer oder Lernbereiche entfallen. Der Umfang des Unterrichts in den Aufgabengebieten umfasst in jeder Schulform mindestens ein Zehntel der Grundstunden.

§ 13
Gestaltungsraum

Der Gestaltungsraum ermöglicht es der Schule, Schwerpunkte zu setzen, indem sie insbesondere

1.

den Unterricht in allen Fächern und Lernbereichen der Stundentafel verstärkt,

2.

unterstützenden, vertiefenden oder erweiterten Unterricht für besondere Schülergruppen erteilt,

3.

Pflicht- oder Wahlpflichtunterricht in den Fächern und Lernbereichen einrichtet, für die ein von der zuständigen Behörde erstellter Rahmenplan oder ein von ihr genehmigtes schulisches Curriculum vorliegt, in dem die Anforderungen und Inhalte dargestellt sind,

4.

Klassenlehrerstunden einrichtet.


§ 14
Schulveranstaltungen

Pflichtmäßige Schulveranstaltungen wie Projektwochen, Berufsorientierungswochen und Schulfahrten ersetzen den Unterricht nach der Stundentafel.

Anlage 1

(zu § 5 )

Verhältnis der Noten in der Abendschule

Noten,
die sich auf den ersten allgemeinbildenden
Schulabschluss beziehen

Noten,
die sich auf den mittleren Schulabschluss
beziehen

G 1

M 1

M 2

M 3

G 2

M 4

G 3

M 5

G 4

M 6

G 5

G 6

Anlage 2

(zu § 12 )

Stundentafel für die Abendschule

 

 

 

Wochenstunden
im Ausbildungs-
gang zum ersten
allgemeinbildenden
Schulabschluss
(ESA)

Wochenstunden
im Ausbildungs-
gang zum mittleren
Schulabschluss
(MSA)

1

Grundstunden

 

24

48

2

Gestaltungsraum

 

4

8

3

Deutsch

 

5

10

4

Mathematik

 

5

10

5

Englisch

 

5

10

6

Lernbereich Naturwissenschaften und Technik

 

2

4

7

Lernbereich Gesellschaftswissenschaften

 

2

4

8

Lernbereich Arbeit und Beruf

 

1

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