Rathaus Hamburg

Schulrecht Hamburg

Suchergebnisse insgesamt: 1.517
Stichwortverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1 REGELUNGEN FÜR ALLE SCHULEN
2 ALLGEMEINBILDENDE SCHULEN
3 BERUFLICHE SCHULEN
4 RECHT DER SCHULEN IN FREIER TRÄGERSCHAFT
5 SCHULVERWALTUNG UND SCHULBETRIEB
6 WEITERE RECHTSGRUNDLAGEN
  Suchergebnisse: 1.517 Treffer
in html speichern drucken rtf Dokument zurück Dokument 4 von 578 weiter zur Gesamtansicht
 
Ausgewählte Gesamtausgabe
Amtliche Abkürzung:APO-AltPfl
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Hamburg
Gliederungs-Nr:223-1-33
Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Berufsschule für Altenpflege
(APO-AltPfl)
Vom 8. Mai 2006
Gesamtausgabe in der Gültigkeit vom 01.08.2006 bis 31.07.2011
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: § 4 geändert, Anlage neu gefasst durch Artikel 5 der Verordnung vom 28. Februar 2013 (HmbGVBl. S. 61, 74) *

Fußnoten

*

Übergangsbestimmungen (Artikel 6 Abs. 3):
1. die ihre Ausbildung vor dem 1. August 2013 an der Berufsschule für Altenpflege, an der teilqualifizierenden Berufsfachschule, an der Höheren Handelsschule, an der Berufsfachschule für Hauswirtschaftshilfe, an der Fachschule für Sozialpädagogik, an der Fachschule für Heilerziehungspflege begonnen haben oder
2. die im Schuljahr 2013/2014 die Ausbildung an der Höheren Handelsschule am Bildungszentrum für Blinde und Sehbehinderte in der Freien und Hansestadt beginnen,
sind die bis zum 31. Juli 2013 geltenden Bestimmungen weiter anzuwenden.

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Auf Grund von § 20 Absatz 2 Satz 2 zweiter Halbsatz , § 42 Absatz 5 Satz 2 , § 44 Absatz 1 Satz 3 , § 44 Absatz 2 Satz 3 , § 45 Absatz 4 , § 46 Absatz 2 und § 47 Absatz 2 des Hamburgischen Schulgesetzes vom 16. April 1997 (HmbGVBl. S. 97), zuletzt geändert am 29. Juni 2005 (HmbGVBl. S. 267), und § 1 Nummern 6, 11, 13, 14, 15 und 16 der Weiterübertragungsverordnung-Schulrecht vom 9. Dezember 2003 (HmbGVBl. S. 580), geändert am 17. Mai 2005 (HmbGVBl. S. 199), wird verordnet:

Abschnitt 1
Allgemeine Bestimmungen

§ 1
Anwendungsbereich

Diese Verordnung gilt für die Berufsschule für Altenpflege in Verbindung mit

1.

dem Altenpflegegesetz ( AltPflG ) in der Fassung vom 25. August 2003 (BGBl. I S. 1691), zuletzt geändert am 8. Juni 2005 (BGBl. I. S. 1530, 1532), in der jeweils geltenden Fassung,

2.

der Altenpflege-Ausbildungs- und Prüfungsverordnung ( AltPflAPrV ) vom 26. November 2002 (BGBl. I. S. 4418, 4429), geändert am 23. März 2005 (BGBl. I. S. 931, 965), in der jeweils geltenden Fassung.

Ergänzend zu den in Satz 1 genannten Bestimmungen gelten die Bestimmungen der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für berufliche Schulen - Allgemeiner Teil - (APO-AT) vom 25. Juli 2000 (HmbGVBl. S. 183, 184) in der jeweils geltenden Fassung.

§ 2
Zulassung zur Ausbildung, Beratung

(1) Zur Ausbildung wird zugelassen, wer die Nachweise gesundheitlicher Eignung und ausreichender Vorbildung gemäß § 6 AltPflG erbringt und den mit einem Träger einer Einrichtung der Altenpflege mit Sitz in der Freien und Hansestadt Hamburg geschlossenen Ausbildungsvertrag gemäß § 13 AltPflG nachweist.

(2) Die Zulassung ist an einen entsprechenden Antrag gebunden, der folgende Angaben enthält:

1.

das an die Berufsschule für Altenpflege gerichtete Bewerbungsschreiben,

2.

einen Lebenslauf in tabellarischer Form, der insbesondere Angaben über den bisherigen Bildungsweg und die gegebenenfalls ausgeübte Berufstätigkeit enthält.

Kann der erforderliche Schulabschluss zum Anmeldetermin noch nicht nachgewiesen werden, wird dieser unverzüglich nachgereicht; dem Zulassungsantrag ist in diesem Falle das letzte Schulzeugnis beizufügen. Die gesundheitliche Eignung durch ärztliches Attest und ein Ausbildungsvertrag sind spätestens drei Wochen vor Eintritt in die Berufsschule für Altenpflege nachzuweisen.

(3) Grundlagen für die Wahrnehmung der Aufgaben von Altenpflegerinnen und Altenpflegern sind neben Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten auch die berufliche Verantwortung und Belastbarkeit sowie die Fähigkeit zur persönlichen Zuwendung zu älteren Menschen sowie die Fähigkeit zur Zusammenarbeit mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und Vorgesetzten sowie Angehörigen älterer Menschen. Deshalb soll im Rahmen des Zulassungsverfahrens ein Beratungsgespräch über die persönliche Eignung für eine Tätigkeit in der Altenpflege geführt werden. Schule und Träger der praktischen Ausbildung können die Beratung gemeinsam durchführen.

§ 3
Gliederung und Inhalt der Ausbildung

Die Ausbildung umfasst

1.

im Lernbereich I die Unterrichtsfächer

Aufgaben und Konzepte,

Pflege alter Menschen,

Pflege psychisch und neurologisch beeinträchtigter alter Menschen,

Unterstützung bei der Lebensgestaltung,

Berufliches Selbstkonzept,

Fachenglisch,

2.

im Lernbereich II die Unterrichtsfächer

Sprache und Kommunikation,

Wirtschaft und Gesellschaft,

Wahlpflicht,

3.

im Lernbereich III das Unterrichtsfach

Praxis der Altenpflege (praktische Ausbildung).

Die zuständige Behörde kann die Bezeichnung der Unterrichtsfächer fortschreiben, soweit sich nicht wesentliche Unterrichtsinhalte ändern. Die in Satz 1 genannten Lernbereiche vermitteln die Unterrichtsgegenstände gemäß Anlage 1 AltPflAPrV .

§ 4
Betreuung und Benotung der praktischen Ausbildung

(1) Fachlehrkräfte der Schule betreuen die praktische Ausbildung. Die Fachlehrkräfte besuchen die Schülerinnen und Schüler mindestens zweimal im Schuljahr in den Ausbildungseinrichtungen und fertigen hierüber Berichte. Sie benoten die in der praktischen Ausbildung erzielten Leistungen der Schülerinnen und Schüler im Benehmen mit den Praxisanleiterinnen beziehungsweise Praxisanleitern der Einrichtungen der Altenpflege (Ausbildungsbetriebe).

(2) Die Schülerinnen und Schüler fertigen in jedem Ausbildungsjahr einen Tätigkeits- und Erfahrungsbericht über ihre praktische Ausbildung an. Die Fachlehrkraft erörtert den Jahresbericht mit den Schülerinnen und Schülern und benotet diesen.

Abschnitt 2
Zeugnisse und Abschlussprüfung

§ 5
Zeugnisse, Vornoten

(1) Im Fach „Praxis in der Altenpflege“ wird die Note der praktischen Ausbildung gemäß § 4 Absatz 1 Satz 3 mit einem Gewicht von 75 vom Hundert und die Note des Tätigkeits- und Erfahrungsberichts gemäß § 4 Absatz 2 mit 25 vom Hundert gewertet.

(2) Die gemäß der Stundentafel unterrichteten Lernfelder werden gesondert benotet. Diese Teilnoten werden bis auf eine Stelle hinter dem Komma genau errechnet und auf einem Beiblatt zum Zeugnis ausgewiesen.

(3) Aus den Teilnoten gemäß Absatz 2 sind die Vornoten gemäß § 9 AltPflAPrV bis auf eine Stelle hinter dem Komma genau zu bilden.

§ 6
Zulassung zur Prüfung

(1) Die Schülerinnen und Schüler werden zur Prüfung zugelassen, sofern die Nachweise gemäß § 8 Absatz 2 Nummer 1 AltPflAPrV sowie die Bescheinigung der Berufsschule gemäß § 3 Absatz 2 AltPflAPrV vorliegen. Die Bescheinigung erfolgreicher Leistungen erfolgt nach Maßgabe des Absatzes 2.

(2) Die Ausbildung war erfolgreich, wenn in allen Fächern mindestens ausreichende Leistungen erbracht oder nicht ausreichende Leistungen gemäß Satz 2 ausgeglichen wurden. Mangelhafte Leistungen in höchstens einem Fach der Lernbereiche I oder II können durch mindestens gute Leistungen in einem Fach oder befriedigende Leistungen in zwei Fächern der Lernbereiche I, II oder III ausgeglichen werden. Mangelhafte Leistungen in mehr als einem Fach oder mangelhaft Leistungen im Lernbereich III oder ungenügende Leistungen können nicht ausgeglichen werden.

§ 7
Praktische Prüfung

Die Prüfungsteile

1.

schriftliche Ausarbeitung der Pflegeplanung und

2.

Durchführung der Pflege einschließlich Beratung, Betreuung und Begleitung eines alten Menschen sowie abschließende Reflexion

werden gesondert benotet. Aus den Teilnoten ist eine Gesamtnote für die praktische Ausbildung zu bilden; hierbei wird die für den ersten Prüfungsteil erteilte Note einfach und die für den zweiten Prüfungsteil erteilte Note dreifach gewichtet.

Abschnitt 3
Erwerb der Fachhochschulreife

§ 8
Allgemeines

(1) Für den Erwerb der Fachhochschulreife an der Berufsschule für Altenpflege müssen die Schülerinnen und Schüler erfolgreich an gesonderten Unterrichtsangeboten gemäß Stundentafel teilnehmen und im Rahmen der allgemeinen Abschlussprüfung gemäß Abschnitt 2 eine Zusatzprüfung ablegen. Die Zusatzprüfung orientiert sich an den inhaltlichen und zeitlichen Regelungen für den Erwerb der Fachhochschulreife an beruflichen Schulen. Wird Unterricht nach Satz 1 in Anspruch genommen, kann die Ausbildung nicht verkürzt werden.

(2) Die Teilnahme an den Unterrichtsangeboten nach Absatz 1 Satz 1 erfolgt im ersten Schulhalbjahr auf Probe (Probehalbjahr). Die Teilnahme im zweiten Schulhalbjahr setzt voraus, dass am Ende des ersten Schulhalbjahres der Durchschnitt aus den Fächern Wirtschaft und Gesellschaft, Sprache und Kommunikation, Fachenglisch und Mathematik (Wahlpflicht) mindestens die Note „ausreichend“ beträgt und keines dieser Fächer mit der Note „ungenügend“ bewertet wurde. Satz 2 gilt entsprechend für die Teilnahme im zweiten Schuljahr.

§ 9
Gliederung und Gegenstand der Zusatzprüfung

(1) Die Zusatzprüfung zum Erwerb der Fachhochschulreife umfasst einen schriftlichen Teil und eine Facharbeit mit anschließender Präsentation. Eine mündlichen Prüfung kann hinzutreten.

(2) Die schriftliche Prüfung wird in den Fächern Sprache und Kommunikation und Fachenglisch abgelegt. Für die Prüfungsarbeiten stehen den Schülerinnen und Schülern im Fach Sprache und Kommunikation vier Stunden und im Fach Fachenglisch drei Stunden zur Verfügung.

(3) Die Facharbeit ist aus dem Bereich eines oder mehrerer Lernfelder des Lernbereichs I anzufertigen und hat einen mathematischen oder einen naturwissenschaftlichen Schwerpunkt. Die Präsentation dauert etwa 30 Minuten. Die Facharbeit und ihre Präsentation können auch als Gruppenleistung erbracht werden, wenn die individuellen Anteile deutlich zuzuordnen sind.

(4) Mündlich kann in jedem Fach geprüft werden.

§ 10
Prüfungsergebnis

(1) Die Zusatzprüfung ist bestanden, wenn in allen Prüfungsteilen mindestens die Endnote „ausreichend“ beziehungsweise ein Ausgleich nach Absatz 2 erreicht wurde und kein Prüfungsteil mit der Note „ungenügend“ bewertet wurde.

(2) Mangelhafte Leistungen in einem Fach der schriftlichen oder der mündlichen Zusatzprüfung können durch mindestens gute Leistungen in dem anderen schriftlichen beziehungsweise mündlichen Prüfungsfach oder befriedigende Leistungen in zwei anderen Prüfungsfächern beziehungsweise Prüfungsteilen ausgeglichen werden. Mangelhafte Leistungen in zwei Fächern beziehungsweise Prüfungsteilen oder mangelhafte Leistungen in der Facharbeit sind nicht ausgleichbar.

§ 11
Wiederholung

Wer die Zusatzprüfung nicht bestanden hat, kann diese einmal zum nächsten Prüfungstermin wiederholen. Der Besuch der Berufsschule für Altenpflege ist nicht erforderlich.

§ 12
Zeugnis der Fachhochschulreife

Nach Bestehen der Abschlussprüfung und der Zusatzprüfung erhält das Abschlusszeugnis den Vermerk „Entsprechend der Vereinbarung über den Erwerb einer Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen - Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 5. Juni 1998 in der Fassung vom 9. März 2001 in der jeweils geltenden Fassung - berechtigt dieses Zeugnis in allen Ländern der Bundesrepublik Deutschland zum Studium an Fachhochschulen“.

Abschnitt 4
Schlussbestimmung

§ 13
Inkrafttreten, Übergangsbestimmung

Diese Verordnung tritt am 1. August 2006 in Kraft. Auf Schülerinnen und Schüler, die vor dem 1. August 2006 die berufliche Ausbildung begonnen haben, sind die bisherigen Bestimmungen anzuwenden.

Hamburg, den 8. Mai 2006.

Die Behörde für Bildung und Sport


zurück Dokument 4 von 578 weiter