Rathaus Hamburg

Schulrecht Hamburg

Suchergebnisse insgesamt: 1.514
Stichwortverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1 REGELUNGEN FÜR ALLE SCHULEN
2 ALLGEMEINBILDENDE SCHULEN
3 BERUFLICHE SCHULEN
4 RECHT DER SCHULEN IN FREIER TRÄGERSCHAFT
5 SCHULVERWALTUNG UND SCHULBETRIEB
6 WEITERE RECHTSGRUNDLAGEN
  Suchergebnisse: 1.514 Treffer
 
Ausgewählte Gesamtausgabe
Amtliche Abkürzung:APO-FSH
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Hamburg
Gliederungs-Nr:223-1-66
Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Fachschule für Sozialpädagogik und der Fachschule für Heilerziehungspflege
(APO-FSH)
Vom 16. Juli 2002*
Gesamtausgabe in der Gültigkeit vom 01.08.2006 bis 31.07.2008
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: zuletzt geändert durch Artikel 8 der Verordnung vom 12. September 2021 (HmbGVBl. S. 637, 642)

Fußnoten

*
Erlassen als Artikel 1 der Verordnung vom 16. 7. 2002 (HmbGVBl. S. 151)

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Auf Grund von § 24 Absatz 2, § 44 Absatz 2 Satz 3, § 45 Absatz 4, § 46 Absatz 2 und § 47 Absatz 2 des Hamburgischen Schulgesetzes vom 16. April 1997 (HmbGVBl. S. 97) wird verordnet:

Inhaltsübersicht
Abschnitt 1
Allgemeine Bestimmungen
§ 1Anwendungsbereich
§ 2Ziel und Dauer der Ausbildung
§ 3Zulassung zur Ausbildung
§ 4Schulische Ausbildung
§ 5Praktische Ausbildung
Abschnitt 2
Versetzung und Abschlussprüfung
§ 6Versetzung
§ 7Gliederung und Gegenstand der Abschlussprüfung
§ 8Ergebnis der Abschlussprüfung
§ 9Mit dem Abschluss erworbene Berechtigungen
§ 10Abschlusszeugnis
Abschnitt 3
Erwerb der Fachhochschulreife
§ 11Voraussetzungen des Erwerbs
§ 12Zuerkennung, Zeugniseintrag
Abschnitt 4
Prüfung für Externe
§ 13Prüfung für Externe

Abschnitt 1
Allgemeine Bestimmungen

§ 1
Anwendungsbereich

Diese Verordnung gilt in Verbindung mit der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für berufliche Schulen - Allgemeiner Teil - vom 25. Juli 2000 (HmbGVBl. S. 183, 184) in der jeweils geltenden Fassung.

§ 2
Ziel und Dauer der Ausbildung

(1) 1Die Ausbildung befähigt die Schülerinnen und Schüler, Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsaufgaben im sozial- und heilpädagogischen Berufsfeld selbstständig wahrzunehmen. 2Die Ausbildung endet mit einer staatlichen Prüfung und ermöglicht einen staatlichen Abschluss.

(2) Zusätzlich kann die Fachhochschulreife erworben werden.

(3) 1Die Ausbildung dauert einschließlich der praktischen Ausbildung in Vollzeitform sechs Schulhalbjahre. 2Ausbildungen in Teilzeitform dauern entsprechend länger.

§ 3
Zulassung zur Ausbildung

(1) Zur Ausbildung wird zugelassen, wer

1.

die Realschule abgeschlossen hat und eine mindestens zweijährige Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder im öffentlichen Dienst oder an einer Berufsfachschule abgeschlossen hat oder

2.

die Realschule abgeschlossen hat und drei Jahre in einem für die Ausbildung förderlichen Bereich berufstätig war oder

3.

die Realschule abgeschlossen hat und vier Jahre berufstätig war oder

4.

die Fachhochschulreife oder die allgemeine Hochschulreife erworben hat und in einem für die Ausbildung förderlichen Bereich ein einjähriges Praktikum absolviert hat oder in einem für die Ausbildung förderlichen Bereich ein Jahr berufstätig war.

(2) Der schulische Abschluss nach Absatz 1 Nummern 1 bis 4 kann durch eine von der zuständigen Behörde als gleichwertig anerkannte Vorbildung nachgewiesen werden.

(3) Eine entsprechend Nummern 1 bis 4 gleichwertige Vorbildung hat erworben, wer die Fachhochschulreife mit einer fachpraktischen Ausbildung im Fachbereich Sozialpädagogik erworben hat.

(4) Zur Ausbildung wird nicht zugelassen, wer

1.

sich eines Verhaltens schuldig gemacht hat, aus dem sich die Unzuverlässigkeit zur Ausübung des Berufs als Erzieherin oder Erzieher beziehungsweise als Heilerziehungspflegerin oder Heilerziehungspfleger ergibt,

2.

wegen einer physischen oder psychischen Krankheit oder wegen einer Suchtabhängigkeit zur Ausübung des Berufs als Erzieherin oder Erzieher beziehungsweise als Heilerziehungspflegerin oder Heilerziehungspfleger ungeeignet ist.

(5) 1Die Zulassung zur Ausbildung wird widerrufen, wenn im Verlauf der Ausbildung die Ungeeignetheit zur Berufsausübung eintritt. 2In diesem Fall muss die Schülerin oder der Schüler die Schule verlassen.

§ 4
Schulische Ausbildung

(1) Die schulische Ausbildung umfasst einen Pflichtbereich und einen Wahlpflichtbereich.

(2) 1Die Zahl der im Pflicht- und Wahlpflichtbereich zu erteilenden Unterrichtsstunden wird durch die Bildungsgangstundentafel festgelegt. 2Die einzelnen Unterrichtsfächer des Pflichtbereiches sind in der Anlage aufgeführt.

(3) 1Der Wahlpflichtbereich besteht aus Kursen, die inhaltlich an die Unterrichtsfächer des Pflichtbereichs anschließen und Vertiefungsbereiche bilden. 2Vom dritten Schulhalbjahr an wählt die Schülerin oder der Schüler mindestens zwei und höchstens vier Vertiefungsbereiche im Rahmen des Angebots der Schule. 3Die Leistungen, die eine Schülerin oder ein Schüler in einem Vertiefungsbereich erbringt, werden mit einer Note bewertet und im Zeugnis ausgewiesen.

(4) Im Wahlpflichtbereich können Ergänzungsfächer zum Erwerb der Fachhochschulreife angeboten werden.

§ 5
Praktische Ausbildung

(1) 1Die praktische Ausbildung wird in geeigneten sozial- oder heilpädagogischen Einrichtungen und in mindestens zwei unterschiedlichen sozial- oder heilpädagogischen Arbeitsbereichen durchgeführt. 2Die Schülerin oder der Schüler wählt die Praxisstelle mit Genehmigung der Schule.

(2) 1Die praktische Ausbildung umfasst mindestens 1200 Stunden. 2Die zeitliche Struktur der Ausbildung wird von der zuständigen Behörde festgelegt. 3Sie ist den Schülerinnen und Schülern zu Beginn der Ausbildung mitzuteilen.

(3) 1Für die Dauer der praktischen Ausbildung wird der Schülerin oder dem Schüler eine Ausbildungsleiterin oder ein Ausbildungsleiter der Praxisstelle zugeordnet. 2Die Ausbildungsleiterin oder der Ausbildungsleiter koordiniert die praktische Ausbildung gemeinsam mit der Schule, berät die Schülerin oder den Schüler und stellt die Beurteilung aus.

(4) 1Über die Leistungen der Schülerin oder des Schülers erteilt die Ausbildungsleiterin beziehungsweise der Ausbildungsleiter zum Ende des Schulhalbjahres eine Abschlussbeurteilung, auf deren Grundlage die Zeugniskonferenz feststellt, ob die praktische Ausbildung mit Erfolg absolviert wurde. 2Weicht der Beschluss der Zeugniskonferenz von dem Votum der Abschlussbeurteilung ab, sind die Gründe in die Niederschrift aufzunehmen. 3Enthält die Abschlussbeurteilung das Votum »ohne Erfolg«, muss sie mindestens Angaben über Inhalte und Verlauf der praktischen Ausbildung, eine Darstellung der erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten der Schülerin oder des Schülers, eine Bewertung der erbrachten Leistungen sowie Angaben über Versäumnisse enthalten.

(5) 1Die praktische Ausbildung kann ohne Änderung der inhaltlichen Anforderungen im Rahmen einer Berufstätigkeit in sozial- oder heilpädagogischen Arbeitsbereichen erfolgen. 2Die Einbindung der praktischen Ausbildung in die Berufstätigkeit wird von der zuständigen Behörde auf Grundlage eines gemeinsamen Vorschlags der Schule und der Arbeitgeberin oder des Arbeitgebers festgelegt. 3Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber erteilt Beurteilungen entsprechend Absatz 4.

Abschnitt 2
Versetzung und Abschlussprüfung

§ 6
Versetzung

(1) 1Der Übergang von einem Schulhalbjahr in das nächsthöhere Schulhalbjahr setzt eine Versetzung voraus. 2Grundlage der Entscheidung über die Versetzung sind die Bewertungen der Leistungen im Halbjahreszeugnis. 3Eine Schülerin oder ein Schüler wird versetzt, wenn sie oder er in allen Fächern und allen Vertiefungsbereichen mindestens ausreichende Leistungen erbracht und die praktische Ausbildung mit Erfolg absolviert hat. 4Eine Schülerin oder ein Schüler wird auch versetzt, wenn sie oder er für nicht ausreichende Leistungen in einem Fach beziehungsweise Vertiefungsbereich einen Ausgleich gemäß Absatz 2 hat oder wenn ihre oder seine nicht ausreichenden Leistungen gemäß Absatz 3 unberücksichtigt bleiben.

(2) 1Mangelhafte Leistungen in einem Fach oder in einem Vertiefungsbereich werden durch mindestens gute Leistungen in einem anderen Fach oder befriedigende Leistungen in zwei anderen Fächern ausgeglichen. 2Befriedigende oder gute Leistungen in einem Vertiefungsbereich haben die gleiche Ausgleichswirkung wie entsprechende Leistungen in anderen Fächern. 3Mangelhafte Leistungen in zwei Fächern oder in zwei Vertiefungsbereichen oder mangelhafte Leistungen in einem Fach und in einem Vertiefungsbereich oder ungenügende Leistungen in einem Fach beziehungsweise Vertiefungsbereich oder eine ohne Erfolg absolvierte praktische Ausbildung werden nicht ausgeglichen.

(3) 1Eine Schülerin oder ein Schüler wird ausnahmsweise ohne Ausgleich für mangelhafte oder ungenügende Leistungen versetzt, wenn der unzureichende Leistungsstand durch längere Krankheit oder andere schwerwiegende Belastungen verursacht ist und wenn zu erwarten ist, dass sie oder er trotz der Belastungen das Ziel des nächsthöheren Schulhalbjahres erreichen wird. 2Eine Versetzung im Ausnahmeweg ist ausgeschlossen, wenn die Schülerin oder der Schüler die praktische Ausbildung ohne Erfolg absolviert hat.

(4) 1Wird eine Schülerin oder ein Schüler insgesamt zum zweiten Mal nicht versetzt, weil sie oder er die praktische Ausbildung zum zweiten Mal ohne Erfolg absolviert hat, muss sie oder er in der Regel die Schule verlassen. 2Die Entscheidung trifft die Zeugniskonferenz.

§ 7
Gliederung und Gegenstand der Abschlussprüfung

(1) Die Abschlussprüfung besteht aus einer Facharbeit, einer schriftlichen und einer mündlichen Prüfung.

(2) 1Mit der Facharbeit weist der Prüfling nach, dass er unter Verwendung der fachspezifischen Arbeitsmethoden eine sozial- oder heilpädagogische Aufgabenstellung selbstständig bearbeiten und darstellen kann. 2Die Facharbeit muss sich thematisch auf Inhalte der praktischen Ausbildung beziehen; ihr Gegenstand ist mit der Fachlehrkraft abzustimmen. 3Bis zu drei Prüflinge können gemeinsam eine Facharbeit anfertigen, wenn eine getrennte Bewertung der individuellen Leistungen möglich ist und jede Einzelleistung den Anforderungen an eine Facharbeit entspricht. 4Die Facharbeit ist innerhalb von vier Wochen fertig zu stellen und in einem Abschlussgespräch vorzustellen und zu erörtern. 5Für die Bewertung der Facharbeit und die Durchführung des Abschlussgesprächs wird ein Fachprüfungsausschuss gebildet.

(3) 1Schriftlich wird in zwei Fächern geprüft. 2Einem schriftlichen Prüfungsfach des Pflichtbereichs werden die inhaltlichen und zeitlichen Anforderungen zu Grunde gelegt, die an den Erwerb der Fachhochschulreife zu stellen sind (besonderes schriftliches Prüfungsfach). 3Die einzelnen Prüfungsfächer ergeben sich aus der Anlage. 4Für die Bearbeitung der Prüfungsaufgaben stehen jeweils fünf Zeitstunden zur Verfügung.

(4) Mündlich kann in jedem Unterrichtsfach und Vertiefungsbereich geprüft werden.

(5) Zur Abschlussprüfung wird auch zugelassen, wer einen staatlichen Lehrgang der beruflichen Weiterbildung zur »Staatlich anerkannten Erzieherin« oder zum »Staatlich anerkannten Erzieher« erfolgreich absolviert hat.

§ 8
Ergebnis der Abschlussprüfung

1Die Schülerin oder der Schüler hat die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen, wenn sie oder er die praktische Ausbildung mit Erfolg absolviert und die Abschlussprüfung bestanden hat. 2Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Leistungen des Prüflings in allen Prüfungsfächern mindestens mit der Endnote »ausreichend« und die Leistungen in der Facharbeit mit der Note »ausreichend« bewertet wurden oder wenn der Prüfling für nicht ausreichende Leistungen in der Facharbeit oder in einem Prüfungsfach einen Ausgleich entsprechend § 6 Absatz 2 hat. 3Befriedigende oder gute Leistungen der Facharbeit haben die gleiche Ausgleichswirkung wie entsprechende Leistungen in anderen Prüfungsfächern.

§ 9
Mit dem Abschluss erworbene Berechtigungen

(1) Im Abschlusszeugnis der Fachschule für Sozialpädagogik wird vermerkt, dass die Absolventin oder der Absolvent berechtigt ist, die Berufsbezeichnung »Staatlich anerkannte Erzieherin« oder »Staatlich anerkannter Erzieher« zu führen.

(2) Im Abschlusszeugnis der Fachschule für Heilerziehung wird vermerkt, dass die Absolventin oder der Absolvent berechtigt ist, die Berufsbezeichnung »Staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin« oder »Staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger« zu führen.

§ 9 a
Europaklausel

1Die Anerkennung von Befähigungsnachweisen von Angehörigen eines Mitgliedstaates der Europäischen Union oder eines Vertragsstaates des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum oder der Schweiz als „Staatlich anerkannte Erzieherin“ oder „Staatlich anerkannter Erzieher“ oder „Staatlich anerkannte Heilerziehungspflegerin“ oder „Staatlich anerkannter Heilerziehungspfleger“ erfolgt nach der Richtlinie 89/48/EWG des Rates vom 21. Dezember 1988 über eine allgemeine Regelung zur Anerkennung der Hochschuldiplome, die eine mindestens dreijährige Berufsausbildung abschließen (ABl. EG Nr. L19 S. 16), in der geltenden Fassung in Verbindung mit der Richtlinie 92/51/EWG des Rates vom 18. Juni 1992 über eine allgemeine Regelung zur Anerkennung beruflicher Befähigungsnachweise in Ergänzung zur Richtlinie 89/48/EWG (ABl. EG Nr. L209 S. 25) in der geltenden Fassung. 2Ab 20. Oktober 2007 erfolgt die Anerkennung gemäß Satz 1 nach der Richtlinie 2005/36/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 7. September 2005 über die Anerkennung von Berufsqualifikationen (ABl. EU Nr. L 255 S. 22).

§ 10
Abschlusszeugnis

1Wer eine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, erhält ein Abschlusszeugnis. 2Es enthält einen Vermerk über die bestandene Abschlussprüfung und über die erworbene Berufsbezeichnung. 3Im Abschlusszeugnis wird der gewählte Vertiefungsbereich angegeben und das Thema der Facharbeit einschließlich der erreichten Bewertung aufgeführt.

Abschnitt 3
Erwerb der Fachhochschulreife

§ 11
Voraussetzungen des Erwerbs

(1) 1Der Erwerb der Fachhochschulreife setzt voraus, dass im sprachlichen, mathematisch-naturwissenschaftlichen und gesellschaftswissenschaftlichen Bereich die inhaltlichen und zeitlichen Anforderungen, die an den Erwerb der Fachhochschulreife zu stellen sind, erfüllt werden. 2Einer der in Satz 1 genannten Bereiche wird durch das in der Anlage bezeichnete besondere schriftliche Prüfungsfach abgedeckt. 3Die beiden anderen Bereiche werden durch den zum Erwerb der Fachhochschulreife zu belegenden Pflicht- beziehungsweise Wahlpflichtunterricht abgedeckt. 4Die zu belegenden Fächer ergeben sich aus der Anlage. 5Inhalt und Umfang dieses Unterrichts richten sich nach der Bildungsgangstundentafel.

(2) Fachschülerinnen beziehungsweise Fachschüler erwerben die Fachhochschulreife, wenn sie die Abschlussprüfung bestanden und erfolgreich an dem für den Erwerb der Fachhochschulreife zu belegenden Unterricht teilgenommen haben.

(3) Die Teilnahme am Unterricht zum Erwerb der Fachhochschulreife war erfolgreich, wenn die Fachschülerin beziehungsweise der Fachschüler in jedem zu belegenden Unterrichtsfach kontinuierliche, schriftliche Leistungsnachweise erbracht und insgesamt mindestens ausreichende Leistungen erreicht hat beziehungsweise ein Ausgleich nach § 6 Absatz 2 besteht.

§ 12
Zuerkennung, Zeugniseintrag

(1) Nach Bestehen der Abschlussprüfung und erfolgreicher Teilnahme am Unterricht zum Erwerb der Fachhochschulreife wird die Fachhochschulreife zuerkannt.

(2) Die Zuerkennung erfolgt durch folgenden Vermerk auf dem Abschlusszeugnis: »Entsprechend der Vereinbarung über den Erwerb einer Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen - Beschluss der Kultusministerkonferenz vom 5. Juni 1998 und 22. Oktober 1999 (in der jeweils geltenden Fassung) - berechtigt dieses Zeugnis in allen Ländern der Bundesrepublik Deutschland zum Studium an Fachhochschulen«.

Abschnitt 4
Prüfung für Externe

§ 13
Prüfung für Externe

(1) Wer die mit dem Abschlusszeugnis gemäß § 9 verbundenen Berechtigungen erwerben will, ohne die Fachschule für Sozialpädagogik oder die Fachschule für Heilerziehungspflege besucht zu haben, kann die Prüfung für Externe ablegen.

(2) 1Zur Prüfung wird zugelassen, wer die Zulassungsvoraussetzungen nach § 3 erfüllt und nach dem persönlichen Bildungsgang und Berufsweg erwarten lässt, dass die erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten den Anforderungen genügen, die an den Erwerb der Berechtigungen gestellt werden. 2Eine praktische Ausbildung gemäß § 5 ist durch eine gleichwertige praktische Ausbildung an einer privaten Bildungseinrichtung oder durch eine gleichwertige Berufstätigkeit im sozial- oder heilpädagogischen Berufsfeld nachzuweisen, die eine selbstständige Wahrnehmung von Betreuungsaufgaben umfassen muss.

(3) Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Teil.

(4) 1Schriftlich wird in fünf Fächern geprüft. 2Die Prüfungsfächer ergeben sich aus der Anlage. 3Die schriftliche Prüfung kann auch praktische Teile umfassen. 4Für die Bearbeitung der Prüfungsaufgaben stehen jeweils fünf Zeitstunden zur Verfügung.

(5) 1Eine praktische Prüfung wird im Tätigkeitsbereich der sozialpädagogischen Praxis durchgeführt. 2Dem Prüfling ist Gelegenheit zu geben, sich in einer Praxisstelle auf die praktische Prüfung vorzubereiten. 3Die praktische Prüfung erfolgt als Einzel- oder Gruppenprüfung. 4Sie soll je Prüfling 60 Minuten dauern. 5Im Anschluss an die praktische Prüfung wird sie mit dem Prüfling erörtert. 6Die Beurteilung erfolgt nach § 5 Absatz 4.

(6) 1Mündlich wird in allen Unterrichtsfächern des Pflichtbereiches geprüft. 2In einem Fach der schriftlichen Prüfung wird in der Regel von einer mündlichen Prüfung abgesehen, wenn der Prüfling in der schriftlichen Prüfung mindestens ausreichende Leistungen erbracht hat. 3In diesem Fall kann der Prüfling eine mündliche Prüfung beantragen. 4Der Antrag ist schriftlich innerhalb von drei Tagen nach Bekanntgabe der Ergebnisse der schriftlichen Prüfung zu stellen. 5Zur mündlichen Prüfung wird nicht zugelassen, wer in der schriftlichen Prüfung in drei Fächern mangelhafte oder in einem Fach ungenügende Leistungen erbracht hat. 6In diesem Fall ist die Prüfung für Externe nicht bestanden.

(7) Für das Ergebnis der Prüfung gilt § 8 entsprechend.

(8) Im Prüfungszeugnis wird vermerkt, dass die Prüfung für Externe abgelegt wurde.

Gegeben in der Versammlung des Senats,
Hamburg, den 16. Juli 2002.

Anlage

Verzeichnis
der Unterrichtsfächer nach § 4 und der Fächer der
schriftlichen Prüfung nach § 7 Absatz 3 und § 13 Absatz 4

Anmerkungen:

1.

Die Fächer der schriftlichen Prüfung sind mit »P« gekennzeichnet. Weisen zwei oder mehrere Fächer eines Lernbereichs die Kennzeichnung »P***« auf, erfolgt die Festlegung des Prüfungsfaches durch Wahl der Schülerin oder des Schülers.

2.

Die schriftliche Prüfung im mit »bP« gekennzeichneten Fach (besonderes schriftliches Prüfungsfach) wird gemäß der Anforderungen der Rahmenvereinbarungen der KMK über »den Erwerb der Fachhochschulreife in beruflichen Bildungsgängen« (Beschluss der KMK vom 5. Juni 1998) - in der jeweils geltenden Fassung - durchgeführt.

3.

Die Fächer der schriftlichen Prüfung für Externe sind mit »EP« gekennzeichnet.

4.

Die zuständige Behörde kann dieses Verzeichnis hinsichtlich der Bezeichnung der Unterrichtsfächer fortschreiben, soweit sich nicht wesentliche Unterrichtsinhalte ändern.

Fachschule für Sozialpädagogik

 

Prüfung

Prüfung für Externe

Pflichtbereich

 

 

Entwicklung und Bildung

P***

EP

Sozialpädagogisches Handeln

 

EP

Kommunikation und Sprache

bP

EP

Kreative Gestaltung und Spiel

 

 

Bewegung und Gesundheit

 

EP

Gesellschaft und Recht

P***

EP

Fachenglisch1)

 

 

Wahlpflichtbereich2)

 

 

Fachschule für Heilerziehungspflege

 

Prüfung

Prüfung
für Externe

Pflichtbereich

 

 

Entwicklung, Bildung, Partizipation

P***

EP

Sozial- und behindertenpädagogisches

 

 

Handeln

 

EP

Kommunikation und Kooperation

bP

EP

Musisch-kreatives Gestalten

 

 

Gesundheit und Pflege

P***

EP

Gesellschaft, Recht, Organisation

 

EP

Fachenglisch1)

 

 

Wahlpflichtbereich2)

 

 

Fußnoten

1)

Fachenglisch wird für Lerngruppen nach den Niveaustufen Threshold und Vantage differenziert. Die Niveaustufe Vantage muss für den Erwerb der Fachhochschulreife belegt werden.

1)

Fachenglisch wird für Lerngruppen nach den Niveaustufen Threshold und Vantage differenziert. Die Niveaustufe Vantage muss für den Erwerb der Fachhochschulreife belegt werden.

2)

Das Fach Mathematik muss für den Erwerb der Fachhochschulreife im Wahlpflichtbereich belegt werden.

2)

Das Fach Mathematik muss für den Erwerb der Fachhochschulreife im Wahlpflichtbereich belegt werden.