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Schulrecht Hamburg

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Stichwortverzeichnis
Abkürzungsverzeichnis
1 REGELUNGEN FÜR ALLE SCHULEN
2 ALLGEMEINBILDENDE SCHULEN
3 BERUFLICHE SCHULEN
4 RECHT DER SCHULEN IN FREIER TRÄGERSCHAFT
5 SCHULVERWALTUNG UND SCHULBETRIEB
6 WEITERE RECHTSGRUNDLAGEN
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Vorschrift
Normgeber:Behörde für Schule, Jugend und Berufsbildung
Aktenzeichen:S 2/344-02.01
Erlassdatum:16.12.1998
Fassung vom:16.12.1998
Gültig ab:01.02.1999
Quelle:Hamburg Logo
Normen:§ 57 SCHULG, § 89 SCHULG
Fundstellen:MBlSchul HA 1999, 1
Richtlinie zur Vermeidung von Unterrichtsausfall und zur Organisation von Vertretungsunterricht

1.8.6



Richtlinie zur Vermeidung von Unterrichtsausfall und zur Organisation von Vertretungsunterricht



Vom 16. Dezember 1998 (MBlSchul 1999 S. 1)



1.

Ziel der Richtlinie ist es, den Rahmen zu definieren, innerhalb dessen die Schulen ihre Konzepte zur Vermeidung von Unterrichtsausfall sowie zur Gestaltung von kurzfristig erforderlichem Vertretungsunterricht festlegen.

2.

2.1 Bei Vertretungsmaßnahmen, die sich auf einen Zeitraum bis zu einem Monat beziehen, liegt die Organisation und die Bereitstellung der Lehrkräfte in der Verantwortung der Schule. Zu Beginn der zweiten Woche einer Krankschreibung sollte die zuständige Schulaufsicht informiert werden, um gegebenenfalls Mittel zum Ausgleich für unvorhersehbaren Unterrichtsausfall oder Mittel aus allgemeinen Vertreterstellen bereitstellen zu können.

2.2 Für Vertretungsmaßnahmen, die den Zeitraum eines Monats überschreiten, obliegt die Zuweisung des erforderlichen Personals bzw. der erforderlichen Personalmittel der Behörde. Für die Verlässliche Halbtagsgrundschule und für die Sonderschulen werden auch für kürzere Vertretungszeiträume zusätzliche Vertretermittel im Stellenplan bereitgestellt.

2.3 Die Verantwortlichkeit für die ordnungsgemäße Durchführung der Unterrichtsarbeit obliegt der Schulleiterin oder dem Schulleiter (§ 89 Absatz 1 Satz 1 HmbSG). Sie schließt die Organisation des gesamten Vertretungsunterrichts ein. Die Schulleiterin oder der Schulleiter kann diese Aufgabe ganz oder teilweise an andere Mitglieder der Schulleitung oder Lehrkräfte delegieren.

2.4 Die Lehrerkonferenz hat die Aufgabe, Grundsätze für Vertretungsregelungen zu erarbeiten (§ 57 Absatz 2 Nummer 2 HmbSG). Dabei ist auch festzulegen, welche Unterrichtsmaßnahmen vorrangig sicherzustellen sind, wenn ein Unterrichtsausfall nach Ausschöpfung der organisatorischen Möglichkeiten nicht zu vermeiden ist, und welche der sich aus der Anlage 1 ergebenden Instrumente dabei eingesetzt werden sollen.

2.5 Die Grundsätze für Vertretungsregelungen sind den schulischen Gremien bekannt zu geben. Unterrichtsausfälle und Vertretungsunterricht sind für jede Klasse und Schulstufe zu dokumentieren und der Schulkonferenz, dem Elternrat, dem Schülerrat regelmäßig und der Schulaufsicht auf deren Verlangen vorzulegen.

3.

3.1 Alle organisatorischen Möglichkeiten zur Vermeidung von Unterrichtsausfall sind auszuschöpfen. Unterricht nach Plan und außerplanmäßige schulische Unternehmungen sind in einer Jahresplanung abzustimmen. Organisationskonferenzen der Lehrerkollegien zum Schuljahresbeginn sollen in der unterrichtsfreien Zeit erfolgen.

3.2 Bei der Organisation des Vertretungsunterrichts hat grundsätzlich die Erteilung der Schülergrundstunden nach Maßgabe der jeweiligen Stundentafel Vorrang, sofern nicht zwingende organisatorische, räumliche oder pädagogische Gründe dem entgegenstehen.

4.

In den Grundsätzen für Vertretungsregelungen, über die die Lehrerkonferenz beschließt, sind Kriterien für die Qualität des Vertretungsunterrichts festzulegen. Dabei ist insbesondere zu berücksichtigen:

4.1 Vertretungsunterricht soll in seiner Qualität und Zielsetzung dem regulären Fachunterricht entsprechen, er muss sich aber nicht auf den jeweils aktuellen Stoff des zu vertretenden Fachunterrichts beziehen. Im Ausnahmefall kann der zu vertretende Unterricht auch in einem anderen Fach erteilt werden.

4.2 Bei absehbaren Vertretungsfällen soll eine Absprache zwischen Fachlehrkraft und Vertretungslehrkraft erfolgen.

4.3 Arbeitsaufträge der Fachlehrkraft für die Klasse bzw. den Kurs sind ab Jahrgangsstufe 5 möglich, wenn die Überprüfung der Ergebnisse im Fachunterricht sichergestellt ist. Auf der Sekundarstufe I werden diese Arbeitsaufträge unter Aufsicht einer Lehrkraft ausgeführt.

5.

Bei der Organisation des Vertretungsunterrichts ist unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Belastungssituation der einzelnen Lehrkräfte auf die gleichmäßige Verteilung der Vertretungseinsätze zu achten. Im Übrigen sind die einschlägigen dienst-, arbeits- und personalvertretungsrechtlichen Bestimmungen zu beachten.

6.

Diese Richtlinie tritt am 1. Februar 1999 in Kraft.

S 2/344-02.01





Anlagen (nichtamtliches Verzeichnis)

Anlage 1: Instrumente für die Organisation des Vertretungsunterrichts

Anlage 2: Durchführungshinweise zum Verfahren Umwandlung von Lehrerstunden in Honorarmittel

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