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Schulrecht Hamburg

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Einzelnorm
Aktuelle Gesamtausgabe
Gesamtausgaben-Liste
Amtliche Abkürzung:APO-TTG
Ausfertigungsdatum:25.07.2000
Textnachweis ab:01.01.2004
Dokumenttyp: Verordnung
Quelle:Wappen Hamburg
Fundstelle:HmbGVBl. 2000, 183
Gliederungs-Nr:223-1-48
Ausbildungs- und Prüfungsordnung der Berufsfachschule für Tanz und Tänzerische Gymnastik
(APO-TTG)
Vom 25. Juli 20001)
Zum 20.09.2021 aktuellste verfügbare Fassung der Gesamtausgabe
Stand: letzte berücksichtigte Änderung: geändert durch Artikel 4 § 6 der Verordnung vom 11. September 2017 (HmbGVBl. S. 263, 279)

Fußnoten

1)
Verkündet als Artikel 14 der Verordnung vom 25. 7. 2000 (HmbGVBl. S. 183)

Nichtamtliches Inhaltsverzeichnis

Auf Grund von § 21 Absatz 2, § 44 Absatz 1 Satz 2, § 44 Absatz 2 Satz 3, § 45 Absatz 4, § 46 Absatz 2 und § 47 Absatz 2 des Hamburgischen Schulgesetzes vom 16. April 1997 (Hamburgisches Gesetz- und Verordnungsblatt Seite 97) wird verordnet:

§ 1
Ziel der Ausbildung

Die Ausbildung soll die Schülerinnen und Schüler befähigen, den Beruf der Lehrerin oder des Lehrers für Tanz und Tänzerische Gymnastik auszuüben.

§ 2
Zulassung zur Ausbildung

(1) Zur Ausbildung wird zugelassen, wer

1.

die Realschule abgeschlossen oder eine als gleichwertig anerkannte Vorbildung erworben hat und nach dem Abschlusszeugnis der Realschule oder nach dem Zeugnis über die als gleichwertig anerkannte Vorbildung eine Durchschnittsnote von mindestens 3,5 hat oder

2.

die Realschule abgeschlossen oder eine als gleichwertig anerkannte Vorbildung erworben hat und eine mindestens zweijährige Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf oder im öffentlichen Dienst oder an einer Berufsfachschule abgeschlossen hat oder

3.

die Fachhochschulreife oder eine als gleichwertig anerkannte Vorbildung erworben hat oder als Schülerin oder als Schüler in die Vorstufe der gymnasialen Oberstufe versetzt worden ist und

4.

durch Vorlage eines allgemeinmedizinischen und eines orthopädischen Zeugnisses, die nicht älter als sechs Monate sein dürfen, nachweist, dass keine gesundheitlichen Bedenken gegen die Ausbildung bestehen und

5.

die Aufnahmeprüfung bestanden hat.

(2) 1In der Aufnahmeprüfung weisen die Bewerberinnen und Bewerber nach, dass sie auf Grund des rhythmischen Gefühls, der Musikalität, der Auffassungsgabe, des Einfühlungsvermögens für tänzerische Abläufe und der körperlichen Voraussetzung für die Ausbildung geeignet sind. 2Zur Durchführung bildet die Schulleiterin oder der Schulleiter einen Prüfungsausschuss, der aus drei Mitgliedern der Lehrerkonferenz an der Schule besteht. 3Der Prüfungsausschuss entscheidet durch Mehrheitsbeschluss. 4Die Aufnahmeprüfung kann wiederholt werden.

§ 3
Art und Dauer der Ausbildung

(1) 1Die Ausbildung umfasst drei Schuljahre Vollzeitunterricht einschließlich integrierter Praktika. 2Die Ausbildung beginnt mit dem Probehalbjahr und schließt mit der Abschlussprüfung ab.

(2) Die Ausbildung ist in zwei Lernbereiche gegliedert und umfasst

im Lernbereich I die Fächer

Funktionelle Anatomie,

Musik,

Pädagogik/Psychologie,

Tanzgeschichte,

im Lernbereich II die Fächer

Freier Tanz,

Jazztanz,

Klassischer Tanz,

Methodik und Methodische Übungen,

Tänzerische Folklore und Gemeinschaftstänze,

Tänzerische Improvisation und Gestaltung.

(3) 1In jedem Schuljahr ist ein Praktikum zu absolvieren. 2Das Praktikum umfasst jeweils bis zu sechs Wochenstunden. 3Die Praxisstellen werden von der Schule zugeteilt. 4Die in den einzelnen Praktika erbrachten Leistungen werden bewertet. 5Am Ende jeden Praktikums setzt die Klassenkonferenz auf der Grundlage der Beurteilung der Praxisstelle die Praktikumsnote fest. 6Die Praktikumsnote wird im Zeugnis aufgeführt. 7Sie ist einer Note der Unterrichtsfächer gleichgestellt.

§ 4
Versetzung

(1) 1Der Übergang von einem Schuljahr in das nächsthöhere Schuljahr der Ausbildung setzt eine Versetzung voraus. 2Grundlage der Entscheidung über die Versetzung sind die Noten des Zeugnisses. 3Eine Schülerin oder ein Schüler wird versetzt, wenn in allen Fächern mindestens ausreichende Leistungen erbracht wurden oder wenn für mangelhafte Leistungen ein Ausgleich nach Absatz 2 besteht.

(2) 1Mangelhafte Leistungen in einem Fach werden durch mindestens gute Leistungen in einem oder befriedigende Leistungen in zwei anderen Fächern ausgeglichen. 2Mangelhafte Leistungen in zwei Fächern werden durch mindestens gute Leistungen in zwei anderen Fächern oder durch mindestens gute Leistungen in einem und befriedigende Leistungen in zwei anderen Fächern oder durch befriedigende Leistungen in vier anderen Fächern ausgeglichen.

(3) Eine Schülerin oder ein Schüler wird ausnahmsweise ohne Ausgleich für nicht ausreichende Leistungen versetzt, wenn der unzureichende Leistungsstand durch längere Krankheit oder andere schwer wiegende Belastungen verursacht ist und zu erwarten steht, dass trotz der Belastungen das Ziel des nächsthöheren Schuljahres erreicht wird.

§ 5
Abschlussprüfung

(1) Die Teilnahme an der Abschlussprüfung setzt voraus, dass zumindest ein Grundkurs in Erster Hilfe nachgewiesen wird; der Nachweis darf nicht älter als zwei Jahre sein.

(2) 1Die Abschlussprüfung besteht aus einem schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Teil. 2Prüfungsfächer sind alle Fächer gemäß § 3 Absatz 2, auch wenn die einzelnen Prüflinge nicht in jedem Fach geprüft werden.

(3) 1Schriftlich wird in allen Fächern des Lernbereiches I geprüft. 2Für die Bearbeitung der einzelnen Arbeiten stehen jeweils zwei Zeitstunden zur Verfügung.

(4) 1Praktisch wird in dem Fach Methodik und Methodische Übungen sowie in dem Fach Tänzerische Improvisation und Gestaltung geprüft. 2In den anderen Fächern des Lernbereiches II kann eine praktische Prüfung stattfinden. 3Zur Durchführung stehen den Prüflingen jeweils bis zu 20 Minuten zur Verfügung. 4Die Prüfung in dem Fach Methodik und Methodische Übungen erfolgt durch zwei Lehrproben von jeweils 20 Minuten Dauer.

(5) Mündlich kann in jedem Fach des Lernbereiches I geprüft werden.

§ 6
Ergebnis der Abschlussprüfung

1Die Abschlussprüfung ist bestanden, wenn die Endnote in allen Prüfungsfächern und die letzte Praktikumsnote mindestens ausreichend lauten oder ein Ausgleich nach § 4 Absatz 2 besteht. 2Eine mangelhafte Leistung im Fach Methodik und Methodische Übungen kann nicht ausgeglichen werden.

§ 7
Abschlusszeugnis

Das Abschlusszeugnis enthält den Vermerk, dass die Absolventin oder der Absolvent berechtigt ist, die Berufsbezeichnung „Staatlich geprüfte Gymnastiklehrerin, Schwerpunkt Tanz und tänzerische Gymnastik“ oder „Staatlich geprüfter Gymnastiklehrer, Schwerpunkt Tanz und tänzerische Gymnastik“ zu führen.

§ 8
Prüfung für Externe

(1) Zur Prüfung wird zugelassen, wer die Realschule abgeschlossen oder eine als gleichwertig anerkannte Vorbildung erworben hat, eine Praktikumszeit von insgesamt 12 Wochen erfolgreich absolviert hat, eine Ausbildung in Erster Hilfe gemäß § 5 Absatz 1 abgeschlossen hat und nach dem persönlichen Bildungsgang und Berufsweg erwarten lässt, dass die erworbenen Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten den Anforderungen genügen, die an den Erwerb der Berechtigungen gestellt werden.

(2) 1Die Prüfung besteht aus einem schriftlichen, einem praktischen und einem mündlichen Teil. 2Für die schriftliche Prüfung gilt § 5 Absatz 3 entsprechend. 3Für die praktische Prüfung gilt § 5 Absatz 4 entsprechend; erweiternd tritt hinzu, dass in jedem Fach des Lernbereiches II eine praktische Prüfung stattfindet.

(3) 1Mündlich wird in jedem Fach des Lernbereiches I geprüft. 2Von einer mündlichen Prüfung wird in der Regel abgesehen, wenn der Prüfling in der schriftlichen Prüfung des Faches mindestens ausreichende Leistungen erzielt hat. 3In diesem Fall können die einzelnen Prüflinge eine mündliche Prüfung beantragen. 4Der Antrag ist schriftlich und binnen drei Tagen nach Bekanntgabe der Ergebnisse der schriftlichen Prüfung zu stellen. 5Zur mündlichen Prüfung wird nicht zugelassen, wer in der schriftlichen und praktischen Prüfung in drei Fächern mangelhafte oder in einem Fach ungenügende und in einem weiteren Fach mangelhafte oder geringere Leistungen erbracht hat. 6In diesem Fall ist die Prüfung für Externe nicht bestanden.

(4) Für das Ergebnis der Prüfung gilt § 6 entsprechend.


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